OvuView – Fertilitätskontrolle per App

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OvuView
Zusammenfassung
Mit OvuView können Frauen Ihre fruchtbaren Tage ermitteln. Dank vielen Eingabemöglichkeiten liefert OvuView vergleichsweise gute Ergebnisse. Leider nur für Android Mobiltelefone verfügbar.
Gesamtbewertung74
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Positiv
Viele Eingabemöglichkeiten
Übersichtlich
Schön gestalltet
Negativ
Nur für Android
74

OvuView ist eine von vielen Fertility Apps, also eine Anwendung, die Frauen die Analyse bzw. Kontrolle der eigenen Fruchtbarkeit erlauben soll. Die Verwendung solcher Apps dient meist entweder die Verhütung oder der schnelleren Erfüllung des Kinderwunsches. Leider können nur Frauen mit einem Android Smartphone OvuView benutzen. Iphone Nutzerinnen müssen auf eine andere App ausweichen.

Die Anwendungsbereiche solcher Apps können grundsätzlich ganz verschieden sein und auch im Umfang stark variieren. Es gibt Anwendungen, die nur dazu dienen, ein Zyklustagebuch zu führen. Diese halten etwa den Menstruationsverlauf und einige andere sehr einfache Zyklusangaben fest, etwa Temperaturverlauf, Kopfschmerzen oder eingenommene Medikamente. Solche Apps haben allerdings kaum mehr als Kalenderfunktion und reichen nicht für eine sichere Empfängiskontrolle.

OvuView App für Android

Eine andere Form von Fertility Apps sind sog. NFP-Apps. Sie basieren teilweise oder gänzlich auf den deutschen Standards der Arbeitsgruppe „Natürliche Familienplanung“ (AG NFP) und können sowohl zu Verhütungszwecken als auch bei Kinderwunsch genutzt werden. Eine solche App ist auch OvuView, wobei die Methoden über die NFP-Standards noch deutlich hinausgehen. Die Eingabemöglichkeiten sind extrem umfangreich und die App kann sowohl zur Empfängniskontrolle als auch zur gezielten Bestimmung und „Ausnutzung“ der fruchtbaren Phase der Frau verwendet werden.

OvuView ist grafisch sehr benutzerfreundlich gestaltet. Die App hat mehrere Zyklusansichten und Funktionsbereiche. In der Hauptübersicht wird der Userin das „Zyklusrad“ angezeigt, welches den aktuellen Zyklustag anzeigt und so eingestellt werden kann, dass man entweder die Tage bis zum Beginn der fruchtbaren Phase, zum nächsten Eisprung oder zum Beginn der nächsten Menstruation angezeigt bekommt – oder alles zusammen. Das Rad gibt einen guten Überblick über den Zyklus und zeigt der Frau sofort, in welcher Phase sie sich befindet. Es kann auch als Widget auf dem Startbildschirm angezeigt werden.

Darüber hinaus bietet OvuView eine Kalenderfunktion. Im Kalender kann die Userin sehen, wann Symptome eingetragen wurden, wann mit dem nächsten Eisprung zu rechnen ist, und vieles mehr. Die App berechnet den Verlauf des Zyklus basierend auf mindestens drei bereits analysierten Zyklen. Der wichtigste Faktor zur korrekten Analyse ist hierbei die Basaltemperatur. Jedoch kann die Userin auch noch über zwanzig weitere Kriterien selbst auswählen und konfigurieren.

Das Schmuckstück der Android App ist die Zykluskurve. Hier sieht man in einer durchgehenden Übersicht alle Symptome in einer Tabelle. Die Temperaturkurve wird dabei über den anderen Eintragungen beweglich angezeigt. Dies ist sehr praktisch, denn so kann man die Temperaturkurve einfach dort hinziehen, wo man sich gerade mit anderen Eintragungen abgleichen will. Ein Beispiel wäre etwa das Hautbild. Die Haut verändert sich im Verlauf des Zyklus und so ist das Hautbild bei den meisten Frauen in der zweiten Zyklushälfte eher unrein. Möchte die Frau nun wissen, ob das bei ihr auch so ist, zieht sie die Temperaturkurve über die Zeile für die Haut und kann hier direkt vergleichen, ob Temperaturveränderung und Hautveränderung miteinander korrelieren. Durch diese spezielle Darstellung ist das Kurvenblatt auch besonders platzsparend und so können sehr viele Symptome gleichzeitig angezeigt werden.

OvuView Erfahrungen mit Ovuview

Für wen ist OvuView interessant?

OvuView ist eine sehr umfangreich gestaltete App. Sie ist deshalb vor allem für Frauen geeignet, die sich mit der Methode NFP oder auch anderen Methoden zur Zykluskontrolle bereits intensiv beschäftigt haben. Die Anwenderin sollte schon mit der Basaltemperaturmessung vertraut sein, sie sollte die Zervikalschleim-Einstufung kennen oder auch in der Lage sein, die wichtigsten sonstigen Symptome, die zur Bestimmung der Fruchtbarkeit von Bedeutung sind, selbst zu bestimmen. Keine App kann dieses Wissen vermitteln, die App kann nur helfen, es gut und sicher anzuwenden. Was man allerdings lobend erwähnen muss, ist, dass OvuView einen Einsteigermodus und extrem viele Tutorials mitbringt. Selbst die kostenlose Variante hilft der Anwenderin vom ersten Tag an, sich selbst besser einzuschätzen und die Symptome gezielt auszuwerten. Für erfahrene Nutzerinnen ist sie noch hilfreicher. Denn diese Usergruppe weiß bereits, worauf sie achten muss. So ist etwa die OvuView-Schleimtabelle auf die amerikanische Zyklusauswertung optimiert. Durch die Übersetzung ins Deutsche geht hier leider etwas Information verloren, und man muss wissen, wonach man sucht, um die Symptome richtig zuzuordnen. Die Skala lässt sich leider nicht ändern und entspricht in Worten nicht der NFP-Skala, die die Nutzerin vielleicht aus dem Internet oder von anderen Zyklusapps schon kennt. Aus diesem Grund ist die App leider nicht vorbehaltlos zur Verhütung zu empfehlen, da sie für unerfahrene Anwenderinnen zu unsicher ist. Für Paare mit Kinderwunsch ist sie dank ihres extrem großen Funktionsumfangs allerdings wärmstens zu empfehlen. Die App ist flexibel, sehr gut konfigurierbar und leicht zu bedienen.

Alternativen: Was bieten andere Apps?

Als stärkste Konkurrenz für OvuView werden oft Kindara und MyNFP genannt. Erstere ist OvuView im Funktionsumfang extrem ähnlich, hat ein etwas anderes Design und ist ebenfalls sehr komfortabel zu nutzen. Welche App besser passt, ist hier wohl eher Geschmackssache. Bei MyNFP sieht es schon anders aus. Die App ist extrem unflexibel in der Anwendung. So kann man etwa bei OvuView eigene Symptome oder Aktivitäten eingeben (z. B. Stress oder Yoga), bei MyNFP geht das nicht. Diese App ist 100 % nach den Methoden der AG NFP ausgerichtet und die Userin muss diese kennen und hinnehmen, um die App zu benutzen. Zudem ist diese App im Funktionsumfang extrem eingeschränkt. Begründet wird das vonseiten des Herstellers damit, dass die App nur für unterwegs gedacht sei, und der registrierten Anwenderin ja die Webseite von MyNFP zur Verfügung stünde. Dort sind in der Tat alle nur erdenklichen Eingaben möglich, von Hungergefühl über Libido bis emotionale Stimmung. Jedoch muss die Kundin hierfür auch einen monatlichen Abo-Beitrag zahlen, zusätzlich zu den Kosten von ca. 5 Euro für die App. Bei OvuView sind mit Bezahlung der Pro-Variante alle Funktionen sofort freigeschaltet. Wer ein zugehöriges englischsprachiges Online-Forum nutzen möchte, kann dies tun – muss es aber nicht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die App mit wenigen Einschränkungen zu empfehlen ist. Insbesondere für Paare mit Kinderwunsch ist OvuView zu empfehlen, da die App eine so breite Palette an Eingaben erlaubt.

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